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Nachdem
Kimi Räikkönen seine zweite Pole Position in dieser Saison
erzielt hatte, war er wieder Gast in der FIA Pressekonferenz nach
dem Qualifying am Nürburgring.
Frage:
Kimi, das war eine zerrupfte dritte Session im Qualifying. Was ist
dir vor dem letzten Run durch den Kopf gegangen?
Kimi:
Natürlich ist es manchmal schwierig, wenn man so lange warten
muss, aber es ist ja nicht das erste Mal, also waren wir einfach
geduldig und gaben unser Bestes. Es war nicht die einfachste
Session. Wir hatten nur einen Reifensatz, aber die Runde war gut.
Sie war locker gut genug für die Pole Position und das war das
Wichtigste. Das Auto war schon das ganze Wochenende sehr gut. Im
ersten Qualifying war es schwierig, genug Grip zu finden, aber als
Benzin drin war, schien es wieder besser zu laufen, also bin ich
sehr glücklich. Es war schwierig, in die erste Reihe zu fahren,
aber ich bin jetzt auf dem ersten Platz.
Frage:
Du warst am Freitag und Samstag auch immer schnell. Was für ein
Rennen erwartest du gegen McLaren-Mercedes?
Kimi:
Jetzt, wo sie nur noch ein Auto haben, wird es einfacher, aber es
wird ein langes und schwieriges Rennen, trotzdem. Ich habe keine
schönen Erinnerungen an hier und hoffe in diesem Jahr auf ein
besseres Abschneiden, aber es wird sicher wieder ein enges Rennen.
Wir werden unser Bestes geben und hoffentlich gewinnen.
Frage:
Du hast die vergangenen beiden Rennen gewonnen und stehst wieder
auf Pole Position - ein guter Lauf, nicht wahr?
Kimi:
Es läuft besser als am Anfang der Saison, aber es ist nur die
Pole Position. Die macht nicht viel Unterschied, den man kann
gewinnen, aber auch Plätze verlieren. Ich denke, wir haben einen
guten Speed - und natürlich ist es schöner, wenn man vorne
steht.
Frage:
Fühlst du dich immer wohler im Auto oder passt das schon seit
ein, zwei Rennen?
Kimi:
Seit den letzten zwei Rennen ist es gut, aber man lernt immer noch
etwas dazu und entwickelt sich weiter. Da reden wir von kleinen
Unterschieden, denn manchmal ist man sehr schnell, wenn man alles
hinbekommt, aber wenn nur ein paar Details nicht stimmen, kann es
schon ganz anders sein. Bis jetzt war dieses Wochenende sehr gut
verlaufen. Ich hoffe, dass es morgen so weitergeht.
Frage:
Hast du das Gefühl, dass ihr hier stärker seid als
McLaren-Mercedes?
Kimi:
Ich weiß es nicht, schwer zu sagen wegen der Benzinmengen. Wir
werden es morgen sehen, aber ich denke, wir werden im Rennen ein
starkes Auto haben. Das ist die Hauptsache.
Frage:
War es angesichts der Ereignisse das schwierigste Qualifying
deiner Karriere?
Kimi:
Nein, das würde ich nicht sagen. Ich hatte schon schwierigere.
Monaco vor ein paar Jahren gegen Fernando war so eines.
Frage:
Erst der Unfall von Robert Kubica in Montréal, jetzt der von
Lewis Hamilton - hat die Formel 1 ein Sicherheitsproblem?
Kimi:
Es wird immer gefährlich sein, das kann man nicht ändern. Man
kann die Sicherheit nur bis zu einem bestimmten Level verbessern,
aber wir sind so schnell unterwegs, dass sich manchmal jemand
verletzen wird. Zum Glück ist es aber nichts Ernstes. Das gehört
halt zum Racing dazu.
Frage:
Gestern wart ihr mit gebrauchten Reifen schneller als
McLaren-Mercedes. Hattest du dieses Gefühl heute auch noch?
Kimi:
Schwer zu sagen. Wir sind nie viele Runden am Stück gefahren. Ich
bin ziemlich happy mit dem Auto im Renntrimm. Ich denke, wir
werden ein gutes Paket haben.
Frage:
Deine Großmutter war heute da. Hattest du Zeit, nach der Pole
Position mit ihr zu reden?
Kimi:
Ich sitze hier - was glaubst du?
Frage:
Aber sie scheint dir Glück zu bringen, es ist deine zweite Pole
Position des Jahres.
Kimi:
Ja, aber Oma war ja bei der ersten auch nicht da, oder? Das ändert
gar nichts. Es ist aber schön, denn das ist vielleicht das letzte
Rennen, das sie live erlebt, und sie ist ganz aufgeregt. Das freut
mich für sie.
Frage:
Niemand wünscht sich so einen Unfall wie heute von Lewis
Hamilton, aber ist das vielleicht deine Chance, den Rückstand in
der WM zu verkürzen?
Kimi:
Sicher wollen wir das nicht so haben, aber das gehört dazu.
Manchmal hat man einen Unfall, manchmal ist es nicht dein Fehler,
manchmal schon, aber es zählt so oder so. Die Hauptsache ist,
dass es ihm gut geht - vielleicht wird er ja sogar fahren. Alles
kann morgen passieren, vielleicht passiert ja uns so etwas. Warten
wir ab.
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