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In
der FIA Pressekonferenz nach den Grand Prix von Ungarn in Budapest
sprach Kimi Räikkönen über seine Eindrücke vom Rennen.
Frage:
Ich schätze, dass du nun jeden Quadratzentimeter des Hecks des
McLarens kennst, da du im Rennen immer hinter Lewis Hamilton
gefahren bist. Es gab Momente, in denen du schneller aussahst als
er. Stimmt dieser Eindruck?
Kimi:
Ja, wir wussten, dass sie zu Beginn des Rennens schnell sein
würden. Ich erwartete, dass sie noch stärker abfallen würden,
aber sie hatten nicht so große Probleme, wie ich es erwartet
hatte. Das Problem hier ist, speziell dann, wenn zwei Autos eng
beieinander sind, dass der Fahrer, der vorn ist, einen großen
Fehler machen muss, damit man eine Chance zum Überholen hat. Von
daher war es ein etwas langweiliges Rennen, jemandem nachzufahren
und darauf zu warten, dass es etwas passiert. Ich habe
angegriffen, um ihn in einen Fehler zu treiben, aber es passierte
nichts. Damit beendeten wir das Rennen dort, wo wir es auch
begannen.
Frage:
Wie schwierig war es bezüglich des Reifenverschleißes und der
Aerodynamik, ihm immer zu folgen?
Kimi:
Das machte es natürlich schwieriger, vor allem in den schnellen
Kurven. Aber es war nicht so schlimm wie auf anderen Strecken. Der
Abtrieb und Grip hier hilft da. Ich hatte heute ein gutes Auto.
Wenn ich frei hätte fahren können, hätten wir ein gutes Tempo
vorlegen können, aber das konnten wir nicht nutzen.
Frage:
War das Rennen in gewisser Weise auch ermutigend für euch?
Immerhin hattet ihr auf den engen Kursen, und vor allem hier, mehr
Probleme erwartet.
Kimi:
Ja, aber es zeigt auch, dass wir das Auto im Qualifying nicht so
nutzen können, wie wir es wollen. Auf diesen Streckentypen sind
wir im Qualifying nicht schnell genug, aber im Rennen stimmte das
Tempo. Wenn wir wieder zu normalen Strecken, wie in der Türkei,
kommen, sollten wir wieder sehr gut sein. Wir werden dort alles
versuchen, um Punkte gutzumachen. Das wird nicht einfach, aber es
gibt noch viele Rennen. Ein schlechtes Rennen, und alles kann sich
ändern. Das haben wir in diesem Jahr schon gesehen.
Frage:
Glaubst du, dass ihr nach diesem Rennen auf den kommenden Strecken
noch besser aussehen werdet?
Kimi:
Die Situation wird sich in den letzten Rennen schon normalisieren.
Die Türkei dürfte uns liegen - zumindest habe ich das gehört,
ich war mit dem Team ja nie dort. Aber ich denke schon, dass das
Auto dort gut sein wird. Wir können ohnehin einen guten
Saisonabschluss haben. Hoffentlich holen wir dabei Punkte auf und
sind im Kampf wieder mit dabei.
Frage:
Wie lief dein Start, du hast dabei ja eine Positionen gewonnen.
Kimi:
Wir hatten erwartet, dass wir einen guten Start haben würden. Das
funktioniert schon seit einigen Rennen sehr gut. Es war gut,
hinter Lewis zu sein, aber es war leider nicht genug. Das Problem
war, dass wir in derselben Runde zum ersten Stopp kamen. Man
versucht immer zu erahnen, was das andere Teams machen wird, aber
hier lagen wir daneben. Mit gleich viel Benzin oder sogar mehr
wären wir auch schnell genug gewesen, um ihnen zu folgen. Wir
haben das vermasselt, danach konnten wir nichts mehr ausrichten.
Frage:
Aber im ersten Stint sahst du weniger stark aus als in den
folgenden beiden.
Kimi:
Ja, unser Auto passt nicht gut auf diesen Kurs. Als der Kurs dann
mehr Grip bot, haben wir auch ein besseres Auto erwartet, so kam
es dann auch. Wir waren sehr schnell, konnten das aber nicht
nutzen.
Frage:
Du hast im ersten Stint aber recht viel Zeit auf Lewis verloren.
Hattest du starkes Graining der Reifen?
Kimi:
Ich hatte kein Graining, aber wir wussten, dass sie auf neuen
Reifen in den ersten Runden sehr schnell sein würden. Das war im
Qualifying ja schon ähnlich. Ich wusste, dass alles wieder gut
werden würde, wenn das Rennen normal verläuft. Ich hoffte, dass
ich etwas Zeit gewinnen konnte. Das klappte auch, aber ich machte
einen Fehler und verlor Zeit. Die erkämpften wir zurück, aber
wir waren immer etwas zurück und wir hätten in verschiedenen
Runden an die Box gemusst. Das hätte es etwas einfacher gemacht.
Frage:
In Runde 13 hast du auf einen Schlag eineinhalb Sekunden verloren.
Was ist da passiert?
Kimi:
Ja, ich erinnere mich. Ich verpasste in zwei Kurven die
Ideallinie, im letzten Sektor. Da verlor ich die Zeit.
Frage:
Bist du ansonsten zufrieden mit Rang zwei?
Kimi:
Es ist besser als der Startplatz, aber ich möchte auf die drei
Jungs vor mit Punkte gutmachen, und das habe ich nicht geschafft.
Ich konnte nur mehr Punkte als zwei von ihnen holen, aber nicht
mehr als Lewis. So gesehen hat mir das nicht geholfen, sondern
geschadet. Aber wir haben alles versucht, was möglich war.
Hoffentlich läuft es in den kommenden Rennen besser, wenn wir
wieder zu normalen Strecken kommen.
Frage:
Hättest du im Rennen vielleicht irgendeine Attacke versuchen
sollen? Bei noch sechs Rennen liegst du ja schon 20 Punkte
zurück.
Kimi:
Ich hätte es mit Sicherheit versucht, wenn ich eine Chance gehabt
hätte, denn ich habe ja nicht viel zu verlieren. Selbst wenn ich
neben der Strecke gelandet wäre, für mich hätte sich kaum etwas
geändert. Aber ich hatte keine Chance, also wollte ich keinen
Blödsinn machen. Aber ich hätte es versucht, doch in diesem
Rennen lagen wir vom Speed her zu eng zusammen. Auf diesen Kursen
hat man ohnehin kaum eine Chance.
Frage:
Was hast du eigentlich vor dem Rennen gedacht, als du erfahren
hast, dass du nicht als Vierter, sondern als Dritter starten
darfst, da Fernando Alonso zurückversetzt wurde?
Kimi:
Ich habe es schon in der Nacht erfahren, so gegen Mitternacht,
kurz bevor ich zu Bett ging.
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