|
In
der FIA Pressekonferenz nach dem Qualifying zum Grand Prix von
Malaysia war Kimi Räikkönen recht zuversichtlich, dass er für
das Rennen am Sonntag ein konkurrenzfähiges Auto hat.
Frage:
Kimi, da war ein fantastischer Sieg. Am Anfang ging es zwischen
dir und deinem Teamkollegen Felipe Massa aber eng zu.
Kimi:
Ja, wir waren vom Speed her ziemlich ähnlich unterwegs. Als er
dann an die Box ging, war mein Auto viel besser, denn wenn man
einem anderen mit einem Abstand von einer oder zwei Sekunden
folgt, dann ist das ein massiver Unterschied. Ich konnte auf
meiner Runde an die Box viel schneller fahren und so konnte ich
ihn überholen. Als ich dann freie Fahrt hatte, war das Handling
des Autos perfekt. So konnte ich wegziehen. Ich weiß aber nicht,
was ihm passiert ist. Nach dem ersten Stopp war es jedenfalls ein
recht einfaches Rennen.
Frage:
Dein Start schien gut gewesen zu sein, in der ersten Kurve ging es
eng zu. Für einen Moment sah es so aus, als würdest du es
probieren.
Kimi:
Ja, ich war neben Felipe. Ich hatte den etwas besseren Start. Aber
ich kannte die Situation und wusste, dass ich eine Runde länger
draußen bleiben würde. Ich wollte in der ersten Kurve nichts mit
dem Teamkollegen riskieren. Wenn ich es versucht hätte, wäre ich
vielleicht vorbeigekommen, aber ich entschied, dahinter zu bleiben
und beim Boxenstopp etwas zu versuchen. Das war heute für alle
besser und es hat auch perfekt funktioniert.
Frage:
Der Malaysia-Grand-Prix ist vor allem wegen der Hitze oft ein
anstrengendes Rennen. Aber als du aus dem Auto gestiegen bist,
sahst du ziemlich frisch aus.
Kimi:
Es war gar nicht so schlimm. Es ist natürlich heißer als bei
jedem anderen Rennen. Auch in Australien war es heiß, aber hier
ist es zusätzlich auch noch feucht. Aber das war okay für mich.
Nur auf dem Podest gab es ein kleines Problem.
Frage:
Da hast du Champagner ins Auge bekommen, nicht wahr?
Kimi:
Ja, dabei sollte der in den Mund und nicht in das Auge. Aber
manchmal geht eben etwas schief. Es war dennoch ein perfektes
Wochenende.
Frage:
War es auch insgesamt ein großartiges Wochenende für dich?
Kimi:
Ja, ich glaube schon. Das Auto war das gesamte Wochenende über
gut. Wir hatten nur das kleine Problem im ersten Training am
Freitag. Das Auto war im Qualifying auch nicht exakt so, wie wir
es wollten, aber wir wussten, dass es im Rennen passen würde. Das
hat sich dann auch so gezeigt.
Frage:
Was war für dich die größte Bedrohung an diesem Wochenende?
Kimi:
Felipe war natürlich schnell, aber das Qualifying war wie gesagt
nicht unsere Stärke. Im zweiten Qualifying waren wir gut, aber im
letzten Qualifying waren die Reifen nicht mehr so gut. Das ist
etwas enttäuschend, aber wir wussten ja, dass die Pace des Autos
im Rennen stark sein würde und dass wir eine Runde später
stoppen würden.
Frage:
Glaubst du, dass du und Felipe ähnlich schnell gewesen seid?
Kimi:
Im ersten Stint waren wir eng beisammen. Als er dann an die Boxen
ging, war mein Auto viel schneller. Wenn niemand mehr vor dir
fährt, wird es einfach viel besser. Nach dem Boxenstopp war es
einfach etwas wegzuziehen. Es ist immer schwierig, anderen
dichtauf zu folgen. Man muss sehr nah dran sein, um beim Stopp zu
überholen. Das macht es schwierig.
Frage:
Danach war es ein einsames Rennen, nicht wahr?
Kimi:
Ja, wir hätten auch viel schneller sein können, wenn wir es
versucht hätten. Aber wir haben den Motor bereits vor dem ersten
Stopp runtergedreht. Es war recht einfach für uns. Als Felipe
dann ausfiel, war es noch leichter.
Frage:
Für die Finnen war das das beste Grand-Prix-Ergebnis aller
Zeiten. Wie fühlt sich das an und wann können wir einen
finnischen Doppelsieg erwarten?
Kimi:
Für mich hat sich nichts geändert, auch nicht durch den Sieg.
Natürlich war es für die Finnen ein toller Tag, aber die Saison
ist noch jung. Hoffentlich fahren wir irgendwann einen Doppelsieg
ein, aber ich möchte immer Erster sein.
Frage:
Warst du überrascht, als Felipe am Start zu dir rübergezogen
ist?
Kimi:
Nein, ich hatte genug Platz. Er drückte mich etwas auf die rechte
Seite, aber das gehört zum Motorsport. Kein Problem.
Frage:
Haben sich die Reifen auch gegen Ende der Stints noch so verhalten
wie prognostiziert?
Kimi:
Nein. Der erste Stint war am schwierigsten, denn ich war nah
hinter Felipe. Als er dann wie gesagt an die Box ging, fühlte es
sich sofort sehr viel besser an. Aber ansonsten war es sehr gut,
auch die Reifen fühlten sich perfekt an. Die weichen Reifen
wären letztlich wohl noch etwas schneller gewesen, aber wir haben
in den beiden letzten Stints auch nicht mehr voll angegriffen.
Frage:
Wie viel Zuversicht nimmst von diesem Rennen mit, nachdem es in
Australien ja desaströs gelaufen ist?
Kimi:
Wir haben im Team nie die Zuversicht verloren. Natürlich hatten
wir in Australien ein schwieriges Rennen, aber im ganzen Winter
war das Auto sehr gut und schnell. Leider hatten wir im ersten
Rennen Probleme, die wir nicht erwartet hatten. Hoffentlich haben
wir das überstanden und haben nun keine Probleme mehr, aber man
kann es nie wissen. Wir sind mit einigen Dingen noch nicht
hundertprozentig zufrieden. Das versuchen wir noch zu verbessern,
aber ich habe Vertrauen in das Team, das Auto und in alle Leute
hier. Hoffentlich sind wir auch im nächsten Rennen schnell.
Frage:
Warst du überrascht, dass McLaren so weit hinter euch
zurückgefallen ist?
Kimi:
Nein, das war ja schon das gesamte Wochenende so. Ich sagte schon
in Australien, dass unser Speed gut sein sollte. Wenn man hinter
jemanden startet, wie in Australien, dann kann man nie seinen
eigenen Speed fahren. Und Australien ist nicht gerade ein normaler
Kurs, manchmal bekommt man dort falsche Ergebnisse. Im Vorjahr
waren wir dort schneller als alle anderen, als wir dann hier
waren, war es nicht mehr so gut. Nun ist es wohl umgedreht. Das
nächste Rennen könnte wieder anders sein, wir müssen erst ein
paar Rennen abwarten, um ein genaues Bild zu bekommen.
|