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Nach
dem Qualifying zum Grand Prix von Kanada war Kimi Räikkönen sehr
verärgert über die Streckenverhältnisse und prangerte dies auch
recht deutlich in der Pressekonferenz an.
Frage:
Kimi, der dritte Sektor sieht immer etwas problematisch aus für
Ferrari. Ihr habt nicht den gleichen Topspeed wie
McLaren-Mercedes.
Kimi:
Das Auto war das ganze Wochenende über schon gut. Auch gestern
morgen war es ausgezeichnet und im Qualifying war das dann ein
schlechter Witz mit der Strecke. Es ist immer dasselbe: Der Kurs
bricht auf und du verpasst die Kurve, weil so viel Sand
herumliegt. Ich habe in Kurve zehn so viel Zeit verloren, weil ich
einfach nicht herum kam als das Auto geradeaus wollte und ich
nicht genug Traktion bekam. Ich bin schon etwas darüber
enttäuscht, denn unser Auto war gut genug für die Pole-Position.
Wir werden sehen, ob das Rennen zum Alptraum über 70 Runden wird,
wenn der Asphalt schon nach zwei Runden aufbricht. Das wird
ziemlich interessant.
Frage:
Kannst du uns sagen, wo die Strecke genau kollabiert und wie das
vor sich geht?
Kimi:
Als es etwas wärmer wurde, hat der Kurs einfach nicht
standgehalten. Das Problem sind die schwarzen Ausbesserungen. Sie
erneuern es jedes Jahr und in jedem Jahr bricht der Kurs an
denselben Stellen auf und man dreht sich deswegen von der Strecke.
Wie ich schon sagte, das wird ein recht interessantes und
schwieriges Rennen werden. Ich werde einfach versuchen, auf der
Strecke zu bleiben.
Frage:
Du hast deine letzte Runde abgebrochen. Wo denkst du, wärst du
gelandet?
Kimi:
Nein, ich war langsamer als in der Runde zuvor. Es gab also keinen
Grund mehr, noch zu pushen. Ich habe meine Zeit dank der
Streckenbedingungen in Kurve zehn verloren. Wir hatten meiner
Meinung nach über das ganze Wochenende hinweg ein sehr gutes
Auto, es ist also schon etwas enttäuschend, auf einmal von einer
aufbrechenden Strecke abhängig zu sein, statt von den Autos und
den Fahrern. Ich bin nicht zu sehr überrascht davon, dass es
große Unterschiede zwischen den Piloten und den Rundenzeiten
gibt. Wenn du alles hinbekommst, dann kannst du leicht eine halbe
Sekunde herausfahren oder halt eine Sekunde verlieren. Das ist
natürlich sehr schade, aber wir sind ja immerhin auf dem dritten
Platz und werden sehen, was wir im Rennen tun können.
Frage:
Gibt es irgendetwas, was die Fahrer oder die Teams gegen diese
Streckenbedingungen unternehmen können?
Kimi:
Ja, denn man versucht ja immer die sauberste Linie zu finden.
Manchmal klappt das, manchmal eben nicht. Das verändert sich die
ganze Zeit. Es ist natürlich nicht so schlimm, wenn du alles auf
die Reihe kriegst und die Asphalt-Kügelchen nicht triffst. Ich
habe diese Linie in Kurve zehn aber leider nie gefunden und es
wird heute deswegen garantiert nicht leicht. Wir werden sehen.
Frage:
Inwiefern ist das BMW Sauber F1 Team nun eine Bedrohung?
Kimi:
Das kennen wir ja schon. In den vergangenen Rennen waren sie schon
schnell unterwegs, ich weiß also nicht, warum sie das heute nicht
sein sollten. Hoffentlich haben wir ein gutes Auto für das
Rennen. Wir hatten bis zum Qualifying einen guten Speed, wir
müssen also einfach einmal abwarten. Wir geben unser Bestes und
hoffentlich können wir sie schlagen.
Frage:
Stehst du wegen der dreckigen Seite lieber auf dem dritten als auf
dem zweiten Platz?
Kimi:
Im vergangenen Jahr war es auf der rechten Seite eine Katastrophe.
Wir hatten da einen sehr schlechten Start und das war in der
Vergangenheit eigentlich immer ähnlich. Hoffentlich hilft uns das
im Rennen. Man muss aber natürlich auch selbst gut von der Linie
kommen. Alles in allem bin ich aber froh darüber, auf dieser
Seite zu stehen.
Frage:
Hälst du die Streckenbedingungen für schlimmer denn je? Manche
Fahrer halten das für sehr gefährlich.
Kimi:
Meiner Meinung nach ist es so, wie schon in den vergangenen drei
oder vier Jahren. Es scheint immer wieder aufzubrechen und sie
versprechen jedes Mal aufs Neue, die Sache zu reparieren und das
kommt das wieder vor. Ich weiß auch nicht, vielleicht sollten sie
sich nach anderen Leuten umsehen, die sich der Streckenreparatur
annehmen können.
Frage:
Wie schlimm muss der Zustand der Strecke werden, dass die Fahrer
nicht mehr hierher kommen wollen?
Kimi:
Ich fühle mich hier wohl und es ist wirklich schön, jedes Jahr
hierher zu kommen. Leider scheinen die Umstände bei diesem Kurs
aber immer gleich zu bleiben. Hoffentlich finden sie für das
kommende Jahr eine Lösung. Dann könnten wir viel besseren
Rennsport bieten und mehr Spaß für alle Beteiligten.
Frage:
Wie sind deine Siegchancen oder schaust du im Rennen nur auf eine
gute Platzierung?
Kimi:
Nein, wir wollen heute definitiv gewinnen, aber das hängt von
verschiedenen Dingen ab. Ich glaube nicht, dass der Unterschied
unter normalen Bedingungen eine Sekunde beträgt. Wir sind schnell
gewesen, kommen dann ins Qualifying und der Kurs kollabiert. Wir
hatten an diesem Wochenende bislang ein hervorragendes Auto und es
ist sehr schade, dass wir das nicht wirklich ausnutzen konnten, so
wie wir das gedacht hatten. Wir sollten aber einen guten Rennspeed
haben.
Frage:
Ihr wart im ersten Sektor sehr schnell, habt aber im Vergleich zu
Lewis im dritten Sektor viel Zeit verloren. Gibt es Gründe
dafür?
Kimi:
Wo? Im letzten Sektor? Naja, sie mögen auf der Geraden etwas
schneller sein aber Lewis war im letzten Sektor schon das ganze
Wochenende über sehr gut. Aber wir haben dort viel mehr Zeit als
sonst verloren, denn ich konnte Kurve zehn nicht gut nehmen. Du
kommst da auf die Asphalt-Kügelchen und musst einfach warten, bis
du das Auto um die Kurve bringen kannst, denn das ist wie auf Eis
und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Das hatte
natürlich große Auswirkungen.
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